Heartbreaker

Ok, ich fang jetzt wieder an.
Es ist wie eine Krankheit, kommt manchmal verschuldet, manchmal unverschuldet und bleibt eine Weile. Man kann sich zwar schützen und immer einen Desinfektionsspray bei sich tragen (thanks Mom), aber Krypton gibts leider auch für paranoide Menschen noch nicht in Sprühform.
Zuerst das hier, find ich ganz herzerwärmend wunderbar und ist bestimmt mindestens tausendjährig aber ich hab seinerzeit wohl wiedereinmal mehr the landscape genossen anstatt MTV zu schauen.

Hier kommen drei Elemente zusammen, von denen ich auch einzeln ein grosser Fan bin. Mexiko-Kitsch, Supermärkte und Young Love, topless. Das kann zusammen nur was Schönes sein. Das Ende killt mich; kommt er wieder?
Es tut mir nicht gut, ganze Tage für mich zu haben – ich weiss sie nicht zu schätzen geschweige denn zu nutzen. Ich stehe früh auf um dann so lange meine Fingernägel zu lackieren, bis es sich wieder nicht lohnt überhaupt rauszugehen. Dann kann ich ganz alleine meine pinken Fingernägel anschauen und sie wieder delackieren. Müde werde ich davon leider nicht, was das Einschlafen ein bisschen erschwert. Ich hab mir jetzt mal vorgenommen, meine pedikürierten Füsse im Yoga zum Besten zu geben, damit es nicht nur bei dieser schrecklichen l’art pour l’art bleibt. Nichts sollte funktionslos sein, das ist ja zum Traurigwerden.

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Gaga

Vier Martinis und drei Gläser Weisswein später wusste sie nicht mehr, wo sie einst hergekommen war. Und das war auch der Sinn der Übung gewesen, klassisches Alkoholikermuster, drink to forget. Voilà, sie hatte direkt nach der Vorlesung damit begonnen, damit der Abend auch möglichst reibungslos an ihr vorbeigehen würde.
Es war viel passiert, solches und solches, und nun trank sie, um es zu spüren, um alles zu spüren, was ihr widerfahren war, um ein Stück weit näher zu sich selbst zu kommen. Ein Faden, den sie verloren hatte. Der sich in den Indischen Ozean verzogen hatte, whatever. Nun aber, Mitte fucking November, wollte sie ihre Wimpern wieder tuschen und sich ganze Abende lang mit Weisswein vergnügen. Eine Lust an sich selber verbreitete sich in ihrem Kopf, und sogar der Blick aus dem Fenster wirkte unheimlich anzüglich. Ach du liebe Zeit, zum Glück weiss niemand, dass ich hier wohne.

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Alejandro

Ja, einmal mehr blasting den Alejandro.
Heute habe ich fast tausend Unfälle gemacht und so so viele fuchtelnde Hände zu sehen bekommen. Es war ernüchternd und demotivierend und es macht allgemein keinen Spass im Kanton Luzern Auto zu fahren.
Deswegen will ich dahin, wo die Strassen breiter und die Häuser hoher sind. Zu den Fetten und Freundlichen. Dahin, wo Glückseligkeit Programm ist, weil ich auch morgens um 04:00 noch Pizza und ne Subway bekomme.
Züri tut’s für mich nicht so diesen Sommer. Es wird Herbst werden und das Xenix hat kaum meinen Arsch gesehen. Ich weiss nicht was es ist, was mich weg von der Langstrasse hält. Ist es Schlieren? Ist es das Gegenteil von ADS? Oder die pure Faulheit? Ich bin ein Couch Potato ohne TV. Try it!
The city sleeps, ich auch.

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5×2

Filmtipp: 5×2 von François Ozon, 2004
Die meisten Menschen, die mich umgeben, mussten sich schon einmal einen Lobgesang auf den Film anhören.
Hier nochmals schriftlich:
Ozon macht mit sehr wenig sehr viel; er nimmt das, was der Film an schönen Materialeigenschaften bietet (“Man kann ja in Raum und Zeit springen! Spielen wir doch ein bisschen mit der Chronologie!”) und komponiert mithilfe dieser das perfekte Stimmungsbild einer scheiternden Ehe. Einer gescheiterten Ehe: Denn der Film wird in fünf Sequenzen rückwärts erzählt, beginnend beim Scheidungsrichter; den Protagonisten werden ihre Rechte verlesen, ihre Gesichter sind steinern und müde, hier ist fertig lustig. Danach Hotel, Sex, unschön, Kindergarten-Sticheleien, “Wollen wirs nochmals probieren?”, Türe zu.
Die darauffolgenden vier Sequenzen zeigen je eine Stichprobe aus Gilles’ und Marions Eheleben, und in jeder suchen wir nach Indizien für das Scheitern – deuten die Zeichen auf ein bitteres Ende hin? Dieses will erkannt sein; der Zuschauer will Absolutheit, der Film gibt sie ihm nicht. Das Scheitern ist Zufall, dumm gelaufen. Gilles und Marion haben sich geliebt! Ozon will die Schönheit ihrer ersten Begegnung nicht verstecken, will die Innigkeit ihrer Liebe und des Begehrens füreinander aufzeigen. Die Vergänglichkeit als etwas willkürlich Eintretendes und Unberechenbares hat ihren Meisterauftritt. Gratuliere.
Form und Inhalt sind das harmonischste Paar des Films. Ihre Wechselbeziehung ist das Werk eines Genies. Ohne die Rückwärtserzählung käme die Geschichte nicht zu ihrem Punkt: Nein, du konntest es nicht wissen und du solltest es auch nicht wissen, denn es musste nicht so kommen.

Schauen.

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En kaerlighedshistorie

Schön diese Dänen.

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Making love

Es muss aufgeschrieben werden: das Wochenende war knackig und fruchtig. Ein Familienfest ohne Ende, der Pegel wurde sportlich beibehalten, durchgehend. Alle Kinder unter einem schönen Himmel, Pärlischeiss und Singleselbstmitleid mischten sich prächtigst, der Italo-Boy baute Windschutz, Kitty kaufte des Coop Albisriederplatz kleines Alkoholschränkli leer, Berlin ertönte in tadellosem Sanktgalesisch, der Koch und seine schöne Frau tanzten auf der Dachterrasse, ein weiterer Ostschweizer wore his sunglasses at night so I can’t so I can’t, der Franzose und Gian-Luca machten sich bedauerlicherweise sehr rar. Und Kenny ist ja Roma, città aperta – in diesem Sinne viel Liebe dahin!

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The Golden Age

Falls ich jemals einen Filmkuss drehe wird das auf der Tonspur sein:

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Do it yourself / Mach es Dir selbst

Ich will mich nicht langweilen und ich tu alles daran, diesen schlimmsten aller Zustände zu vermeiden. Die Langeweile führt geradewegs zum Alkoholismus und dann in die Depression. Also nüchtern kann man auch depressiv sein, keine Zweifel. Aber die Langeweile gibt Raum und Zeit zum Nachdenken. Und das macht selten glücklich. Unreflexive Menschen werden ihr Leben lang zufrieden sein, ihren Status quo nie in Frage stellen, sich immer als Opfer ihrer Umwelt betrachten (wobei diese Diagnose auch wieder eine Denkleistung hinter die eigenen Parzellen erfordert).
Ich bin selber erstaunt über meine Leichtigkeit; ich hab mit der dreimonatigen Sache irgendwie jegliche Schwermut hinter mir gelassen. Ich versuche die Dinge weniger absolutistisch anzugehen, man kann sogar sagen, dass sich eine gewisse Gleichgültigkeit breitgemacht hat. Ich bin immer noch gleich lustvoll, aber die Ernsthaftigkeit der Lust ist je länger je näher bei null. Ich hab immer gedacht: Du kannst das nicht trennen, das Körperliche vom Emotionalen; aber hier bin ich, und ich brauche keine emotionale Liebe von einem Mann.
Vielleicht morgen, vielleicht übermorgen, und gerne, wenn ich dann sterbe, aber nicht jetzt. Nicht als Bedingung für ein gutes Körpergefühl.
Dafür ist das Geschäft mit den Gefühlen einfach zu verdammt unökonomisch und wirft einen eh immer nur auf den eigenen Narzissmus zurück. Eigenliebe Eigenliebe Eigenliebe. Am liebsten würde ich mit einer allzudunklen Sonnenbrille durch die Strassen gehen, denn meine Augen sind zu gut und schnell, als dass ich über all die hinreissenden Bartträger hinwegsehen könnte. Ich lass mich ja so gerne mitreissen, ich schau Menschen so gerne in ihre schönen Gesichter.

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Du kannst den Sonntag nicht ignorieren

Zwei Gläser Weisswein sind schön, vier sind schöner. Ich schlafe lieber gar nicht als bloss drei Stunden. Liebe und Hass stehen nahe beieinander, da ich keine Grauzone betreibe, die sie so sehr trennt.

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Nothing to declare

Gestern etwa drei Stunden völlig rührungslos im Hive gestanden, nichts konnte mich bewegen.
Ich langweile mich. Das hängt wahrscheinlich damit zusammen, dass ich weder an einen Gott glaube, noch Ferien gebucht habe. The one or the other würden mir Halt geben, aber so gottlos und Zürich-gebunden wie ich bin, wird mir langweilig.
Meine Haare werde ich nicht schneiden. Diesmal nicht.
Ich würde gerne mit meiner inexistenten Beziehung Schluss machen, das brächte frischen Wind.
Soll ich mir einen Fernseher kaufen?

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